Ein Pattern ist nicht ein einzelner Dämon. Es beschreibt, wie deine drei dominanten Dämonen als Gesamtsystem zusammenarbeiten.
Welche Gesamtstrategie fährt dein Profil gegen dich?
Ein einzelner Demon erklärt nicht dein gesamtes Verhalten.
Du kannst wichtige Entscheidungen aufschieben und gleichzeitig versuchen, andere Bereiche deines Unternehmens vollständig zu kontrollieren. Du kannst außergewöhnlich leistungsorientiert sein und trotzdem bestimmten unangenehmen Erfahrungen ausweichen.
Diese Verhaltensweisen wirken auf den ersten Blick widersprüchlich. Psychologisch müssen sie das jedoch nicht sein.
Menschen reagieren nicht in jeder Situation mit derselben Schutzstrategie. Welche Reaktion entsteht, hängt unter anderem davon ab, welche Anforderungen sie erleben, welche Konsequenzen sie erwarten und was sie innerlich zu schützen versuchen.
Dein 9DEMONS®-Pattern beschreibt, welche psychologischen Schutzstrategien hinter deinen drei Demons zusammenkommen.
Es zeigt damit eine übergeordnete Struktur deiner Selbstsabotage, die bei der isolierten Betrachtung einzelner Verhaltensmuster verborgen bleiben kann.
Jedes 9DEMONS®-Profil besteht aus drei Demons. Einer beeinflusst deine Handlungsregulation (DRIVE), einer deine Aufmerksamkeitsregulation (FOCUS) und einer die Regulation deines inneren Zustands (STATE).
Jeder dieser Demons ist einer von drei COPING-Strategien zugeordnet:
Die Kombination dieser Strategien bestimmt dein Pattern.
Besteht dein Profil beispielsweise aus Prokrastination, Kontrolle und Ablehnung, kommen Avoid und Stabilize zusammen. Daraus entsteht das Pattern Restriction.
Dabei ist für die Zuordnung nicht entscheidend, welcher Demon dominant ist oder in welchem Regulationsbereich die jeweilige Strategie auftritt.
Da in jedem der drei Regulationsbereiche jeweils drei Demons möglich sind, entstehen insgesamt 27 unterschiedliche Demon-Profile.
Diese lassen sich anhand ihrer Coping-Kombinationen in genau sieben Patterns einteilen.
Die ersten drei Patterns bestehen aus jeweils einer Coping-Strategie, die in allen drei Regulationsbereichen vorkommt.
Restriction, Phantom und Escalation verbinden jeweils zwei unterschiedliche Strategien.
Hydra enthält alle drei Coping-Strategien.
Diese Einteilung folgt einer eindeutigen mathematischen Regel: Jede der drei Strategien kann in einem Profil vorkommen oder fehlen. Von den acht theoretischen Kombinationen entfällt die Möglichkeit, dass keine Strategie vertreten ist.
Es bleiben sieben Patterns.
Die mathematische Zuordnung ist eindeutig. Welche psychologischen Auswirkungen daraus entstehen, hängt jedoch von den konkreten Demons und ihrer individuellen Ausprägung ab.
Einzelne Schutzmechanismen können sich gegenseitig beeinflussen.
Übermäßige Kontrolle kann beispielsweise so viel Aufmerksamkeit beanspruchen, dass wichtige strategische Entscheidungen liegen bleiben. Wenn gleichzeitig Prokrastination ausgeprägt ist, können sich beide Mechanismen unter bestimmten Bedingungen gegenseitig begünstigen.
Andere Kombinationen erzeugen möglicherweise gegensätzliche Impulse.
Perfektion kann dazu beitragen, dass Ergebnisse erst nach umfangreicher Absicherung abgeschlossen werden. Getriebenheit kann gleichzeitig das Bedürfnis erzeugen, ständig neue Aufgaben und Projekte voranzutreiben.
Die Folge kann eine hohe Arbeitsbelastung bei vergleichsweise geringem Fortschritt sein.
Solche Zusammenhänge entstehen allerdings nicht automatisch.
Demons können sich gegenseitig verstärken, miteinander konkurrieren oder in unterschiedlichen Situationen weitgehend unabhängig voneinander auftreten.
Dein Pattern zeigt, welche Schutzstrategien zusammenkommen. Ob und wie sie sich tatsächlich beeinflussen, muss anhand deines Verhaltens betrachtet werden.
Genau darin liegt der psychologische Mehrwert der Gesamtbetrachtung: Schwierigkeiten müssen nicht ausschließlich isoliert untersucht werden, ohne dass deshalb automatisch eine gemeinsame Ursache unterstellt wird.
Ein Pattern beschreibt die Kombination deiner Coping-Strategien, nicht ihre konkrete Verteilung.
Zwei Menschen mit Restriction können deshalb unterschiedliche Demons besitzen.
Bei einem kann Avoid die Handlungsregulation betreffen und zu Prokrastination beitragen. Bei einem anderen betrifft Avoid möglicherweise die Aufmerksamkeitsregulation und zeigt sich durch Verzettelung.
Beide gehören zu Restriction, weil ihr Profil Avoid und Stabilize enthält.
Ihre konkreten Herausforderungen können jedoch erheblich voneinander abweichen.
Auch die persönliche Ausprägung spielt eine Rolle.
Ein Mensch kann seine Kontrolle nur in bestimmten Situationen zeigen, während ein anderer dadurch einen großen Teil seiner täglichen Aufmerksamkeit bindet.
Das Pattern beschreibt die Schutzarchitektur. Die drei Demons zeigen, in welchen Bereichen diese Schutzstrategien wirksam werden können.
Deshalb ersetzt ein Pattern niemals die Betrachtung des vollständigen Demon-Profils.
Neben deinen drei Demons und deinem Pattern bestimmt 9DEMONS® einen dominanten Demon.
Er beschreibt den im Testergebnis am stärksten ausgeprägten einzelnen Sabotagemechanismus.
Dein Pattern beantwortet dagegen eine andere Frage: Welche Coping-Strategien sind über alle drei Regulationsbereiche hinweg vertreten?
Zwei Menschen können dasselbe Pattern besitzen, obwohl bei ihnen unterschiedliche Demons dominieren.
Das kann beeinflussen, welche Schwierigkeiten sie besonders stark erleben und wo eine Veränderung zunächst den größten Nutzen verspricht.
Allerdings muss der dominante Demon nicht zwangsläufig derjenige sein, dessen Veränderung unter den aktuellen Bedingungen die größte Wirkung hätte. Auch andere Mechanismen können wichtige Engpässe erzeugen.
Der dominante Demon zeigt deinen stärksten einzelnen Mechanismus. Das Pattern zeigt, in welche übergeordnete Schutzarchitektur er eingebettet ist.
Beide Informationen ergänzen sich, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Die sieben Patterns beschreiben keine unveränderlichen Eigenschaften.
Sie sind eine eigenständige Systematisierung innerhalb des 9DEMONS®-Modells und keine wissenschaftlich validierte Persönlichkeitsdiagnose.
Ein Pattern sagt auch nicht aus, wie schwerwiegend die Selbstsabotage einer Person insgesamt ist.
Hydra ist nicht automatisch problematischer als Shadow. Drei unterschiedliche Schutzstrategien bedeuten zunächst eine größere Vielfalt der Mechanismen innerhalb des Profils, nicht zwangsläufig stärkere Einschränkungen.
Ebenso wenig bedeutet ein Pattern mit nur einer Coping-Strategie, dass sein Einfluss besonders gering oder besonders stark sein muss.
Welche Konsequenzen entstehen, hängt von den konkreten Verhaltensweisen, ihren Funktionen und den Anforderungen der jeweiligen Situation ab.
Da Menschen neue Bewältigungsformen entwickeln und bestehende Verhaltensmuster verändern können, ist auch ein Pattern nicht als lebenslange Festlegung zu verstehen.
Wer Selbstsabotage verändern möchte, konzentriert sich häufig auf das offensichtlichste Problem.
Doch manchmal besteht eine Schwierigkeit fort, weil andere Schutzmechanismen die Bedingungen schaffen, unter denen sie immer wieder auftritt.
Die Betrachtung des gesamten Profils kann helfen, solche möglichen Zusammenhänge zu erkennen und Veränderungen gezielter anzugehen.
Dabei geht es nicht darum, sämtliche Schutzstrategien abzulegen.
Vermeidung kann vor Überlastung schützen. Absicherung kann Risiken begrenzen. Kompensation kann Erholung und positive Erfahrungen ermöglichen.
Problematisch werden diese Mechanismen, wenn sie wiederholt notwendige Veränderungen verhindern oder den persönlichen Handlungsspielraum einschränken.
Die Reifungsrichtung eines Patterns besteht deshalb nicht darin, deine Schutzstrategien zu beseitigen. Sie besteht darin, sie bewusster und situationsangemessener einsetzen zu können.
Auf den folgenden Seiten betrachten wir die sieben Patterns einzeln: ihre psychologische Gesamtlogik, mögliche innere Spannungen, Stärken und blinde Flecken sowie die Richtung, in der mehr Handlungsfreiheit entstehen kann.
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